Bernburg bildet mit Magdeburg und Halle die zentrale Städteachse in Sachsen-Anhalt. Diese Städte sind zügig dabei, ihre alte Bedeutung als Brennpunkte des Wirtschafts- und Kulturgeschehens in Sachsen-Anhalt wiederzugewinnen. Als Kreisstadt mit 40.000 Einwohnern ist Bernburg die kleinste dieser Städte, es betreut aber einen Landkreis mit ca. 100.000 Einwohnern und verfügt damit über ein wirtschaftlich sehr interessantes Einzugsgebiet, ohne die für Großstädte der neuen Bundesländer typischen Überhitzungserscheinungen in der Entwicklung der Dienstleistungsstrukturen. Der Wiederaufbau wird begleitet von einer vielversprechenden wirtschaftlichen Entwicklung. Der Landkreis Bernburg konnte den größten Teil seiner Industrien und Einrichtungen auf sichere neue Beine stellen. In der Nähe befinden sich verschiedene Werke der Industrie. Sie sind zum größten Teil neu errichtet, unter Beachtung strenger Umweltschutzrichtlinien. Das nördlich von Bernburg gelegene Zementwerk des Knaufkonzerns ist das modernste Werk seiner Art in Europa. Allein diese Industrien sichern mehrere tausend Primärarbeitsplätze für die beschauliche Stadt. Die im Vorort Strenzfeld ansässige landwirtschaftliche Fakultät der Fachhochschule Anhalt hat heute 1.200 Studenten, der Ausbau auf 2.000 Studienplätze ist geplant. Die Versuchsanlagen für Pflanzenzucht haben Weltruf. |
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Weiterhin beginnt sich die Tourismusbranche zu entwickeln, sowohl als Ausflugsort, wie auch für Kulturreisen. Bernburg ist mit seiner 1000-jährigen Geschichte selbst Heimat vieler Kulturdenkmäler. Das Schloß, das Stadtbild, die Parkanlagen, die alte Flutbrücke am Nordrand der Talstadt und die romanische Kirche in Waldau sind Beispiele der reichen Bautradition von Sachsen-Anhalt. Die Luther-Geburtsstadt Wittenberg, Dessau, die romanische Straße und die Ausflugsdampfer nach Magdeburg und Halle werden für nationale und internationale Attraktivität und hohen Freizeitwert dieses Teils von Sachsen-Anhalt sorgen. Diese Kombination aus Industrie, Tourismus, Kreisverwaltung, Fachhochschule und Landwirtschaft sichern die Wirtschaftsbasis von Bernburg. In diesem Umfeld treibt die Stadt die Sanierung zwar voran, achtet aber sehr auf die Erhaltung des traditionellen Stadtbildes. Das Denkmalamt Halle engagiert sich stark; besonders auch für die Breite Straße, an der auch der Nikolai-Markt liegt. Die Stadt teilt sich in die sogenannte Bergstadt und die auf der Nordseite der Saale liegende Talstadt. Beide sind durch eine gut sanierte Fußgängerzone verbunden, in deren Verlängerung die Breite Straße beginnt. Sie ist die Hauptstraße der Talstadt, an ihr liegt der Nikolaimarkt. Die Infrastruktur der Talstadt ist, obwohl bevölkerungsreich und mit großem Einzugsgebiet, noch stark entwicklungsbedürftig, entsprechende Einrichtungen und Investitionen sind hier deshalb noch besonders vielversprechend. Die Breite Straße war eine Lebensader von Bernburg. Viele Bernburger sind davon überzeugt, daß sich die Breite Straße wieder zu einem lebendigen Stadtmittelpunkt entwickeln wird. Ein Teil der Breiten Straße ist saniert, im Bereich des Objekts sind weitere Sanierungen und etliche Neubauten in Vorbereitung, jeweils in Anpassung an die historische Bausubstanz. |